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<title>Flottendienstboot</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Flottendienstboot</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr">
<p>Als <b>Flottendienstboot</b> (kurz: <i>FD-Boot</i>) wird in der <a href="Deutsche_Marine" title="Deutsche Marine">Deutschen Marine</a> ein <a href="Aufkl%C3%A4rungsschiff" title="Aufklärungsschiff">Aufklärungsschiff</a> bezeichnet, das mit speziellen <a href="Sensor" title="Sensor">Sensoren</a> ausgerüstet ist und im Bereich der <a href="Fernmelde-_und_Elektronische_Aufkl%C3%A4rung" title="Fernmelde- und Elektronische Aufklärung">strategischen Informationsgewinnung</a> eingesetzt wird. Im offiziellen Sprachgebrauch heißt es: „Zu den Aufgaben der Flottendienstboote zählen die Sicherheit und das Aufrechterhalten der Fernmeldeverbindungen sowie die <a href="Fernmelde-_und_Elektronische_Aufkl%C3%A4rung" title="Fernmelde- und Elektronische Aufklärung">fernmelde-elektronische Aufklärung</a>“.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Missionsprofil">Missionsprofil</h2></div>
<p>Während des <a href="Kalter_Krieg" title="Kalter Krieg">Kalten Krieges</a> bestand die Aufgabe der damaligen Flottendienstboote <i>Alster</i> (A 50), <i>Oker</i> (A 53) und <i>Oste</i> (A 52) sowie ihrer Vorgänger <i>Eider</i> und <i>Trave</i> in der optischen, akustischen und elektronischen Aufklärung der Seestreitkräfte des <a href="Warschauer_Pakt" title="Warschauer Pakt">Warschauer Paktes</a> im Ostseeraum, insbesondere der <a href="Baltische_Flotte" title="Baltische Flotte">Baltischen Rotbannerflotte</a>. Die elektronische Aufklärung erfolgte neben dem Abhören des Funkverkehrs durch Messen der elektromagnetischen Signatur der von der Gegnerseite verwendeten Radargeräte, wodurch teilweise die Identifikation bestimmter Einheiten möglich war. Deshalb wurden die Flottendienstboote anfangs auch <i>Messboote</i> genannt. Mit passiven <a href="Sonar" title="Sonar">Sonaranlagen</a> wurden akustische Profile von Schiffen/Schiffsklassen erfasst, die sowohl die Fahrgeräusche als auch die Signaturen der aktiven Sonaranlagen der Schiffe umfasste. Die optische Aufklärung bestand in der Anfertigung von Film- und Fotoaufnahmen der gesichteten Schiffe, wobei besonders die Antennenanlagen von Interesse waren. Hierzu mussten die Boote in die Nähe des <i>Bildmotivs</i> gelangen. Diese konnten sich aber durch ihre überlegene Geschwindigkeit einer unerwünschten Ausspähung regelmäßig entziehen, da die Flottendienstboote mit ihren maximal 15 <a href="Knoten_(Einheit)" title="Knoten (Einheit)">Knoten</a> nicht mit den Zerstörern und Fregatten der Sowjetmarine Schritt halten konnten. Aufgrund ihrer Funktion als Aufklärer sind Flottendienstboote meist als Einzelfahrer mit langer Seeausdauer im Einsatz.
</p><p>Die heutige Generation der Flottendienstboote sind die zweite Generation der 1988/89 in Dienst gestellten <a href="Oste-Klasse" title="Oste-Klasse">Klasse 423 (<i>OSTE-Klasse</i>)</a>. Ihre Vorgänger wurden speziell für die Nachrichtengewinnung und Aufklärung (NG&A) konstruiert. Seit 2001 werden sie <i>teilstreitkraftgemeinsam</i>, das heißt von allen Teilstreitkräften gemeinsam, als seegestützte und abstandsfähige technische Aufklärer genutzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Organisation">Organisation</h2></div>
<p>Die Flottendienstboote als Aufklärungsplattformen mit ihren Stammbesatzungen sind ein Teil der Deutschen Marine. Die FD-Boote unterstehen dem 1. U-Bootgeschwader (Einsatzflottille 1) in <a href="Eckernf%C3%B6rde" title="Eckernförde">Eckernförde</a>. Die Stammbesatzung aus 36 Marineangehörigen ist für die Navigation und Betrieb des Schiffes verantwortlich. Dort werden sie technisch und logistisch betreut.
</p><p>Das Aufklärungspersonal (sogenannte Bordeinsatzteams See (BET See)), bestehend aus 40 weiteren Soldaten, stellt das <a href="Kommando_Strategische_Aufkl%C3%A4rung" title="Kommando Strategische Aufklärung">Kommando Strategische Aufklärung (KdoStratAufkl)</a> des Organisationsbereichs <a href="Cyber-_und_Informationsraum" title="Cyber- und Informationsraum">Cyber- und Informationsraum</a> und ist bei der 2./<a href="Bataillon_Elektronische_Kampff%C3%BChrung_912" class="mw-redirect" title="Bataillon Elektronische Kampfführung 912">Bataillon Elektronische Kampfführung 912</a> in <a href="Nienburg/Weser" title="Nienburg/Weser">Nienburg/Weser</a> stationiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Schiffe">Schiffe</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="1960_bis_1988">1960 bis 1988</h3></div>
<p>Aufgrund der militärischen Verhältnisse in der <a href="Ostsee" title="Ostsee">Ostsee</a> war es für die <a href="NATO" title="NATO">NATO</a> und nahestehende Staaten nicht möglich, mit Kriegsschiffen in Küstennähe der Staaten des Warschauer Paktes vorzustoßen. Daher wurden Handelsschiffe und Hilfsschiffe für den Zweck der Informationsbeschaffung „zweckentfremdet“.
</p><p>Bei <i>Alster</i> und <i>Oker</i> handelte es sich um die ehemaligen Seitenfang-<a href="Trawler" title="Trawler">Trawler</a> <i>Mellum</i> und <i>Hoheweg</i>. Die <i>Oste</i> war der ehemalige <a href="Bergungsschlepper" title="Bergungsschlepper">Bergungsschlepper</a> <i>Puddefjord</i>. Die drei Schiffe gehörten der <a href="Klasse_422" title="Klasse 422">Klasse 422</a> an. Ende der 1980er-Jahre wurden sie durch Neubauten ersetzt. <i>Alster</i> und <i>Oker</i> wurden 1989 und 1988 an die Türkei und Griechenland verkauft, die sie unter den Namen <i>Yunus</i> und <i>Hermis</i> für den gleichen Zweck in der <a href="%C3%84g%C3%A4is" class="mw-redirect" title="Ägäis">Ägäis</a> und im Schwarzen Meer einsetzten. <i>Oste</i> wurde 1987 verkauft und 1990 abgewrackt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="1988_bis_heute">1988 bis heute</h3></div>
<p>Die Deutsche Marine verfügt über drei Flottendienstboote der <a href="Oste-Klasse" title="Oste-Klasse">Oste-Klasse</a>. Die Schiffe haben eine Länge von 84 Meter und erreichen eine maximale Geschwindigkeit von 20 Knoten und eine Reisegeschwindigkeit von 19 Knoten. Sie haben eine Reichweite von knapp 9000 km <i>(5000 <a href="Seemeile" title="Seemeile">Seemeilen</a>)</i>, ohne einen Hafen anlaufen zu müssen.
</p><p>Die Schiffe wurden 1986 bis 1988 bei der <a href="Flensburger_Schiffbau-Gesellschaft" title="Flensburger Schiffbau-Gesellschaft">Flensburger Schiffbau-Gesellschaft</a> gebaut. Durch den Zusammenbruch der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> verlor der ursprüngliche Einsatzort Ostsee erheblich an Bedeutung und die Schiffe werden seither weltweit als Aufklärungsboote eingesetzt. Die Flottendienstboote gehörten früher zum Marinefernmeldestab 70 in Flensburg und wurden im Zuge der Reorganisation der Marine dem 1. U-Boot-Geschwader in Eckernförde als Teil der <a href="Einsatzflottille_1" title="Einsatzflottille 1">Einsatzflottille 1</a> unterstellt.
</p><p>Am 23. Juni 2021 billigte der Haushaltsausschuss des <a href="Deutscher_Bundestag" title="Deutscher Bundestag">Deutschen Bundestags</a> die Beschaffung von drei <a href="Flottendienstboot_Klasse_424" title="Flottendienstboot Klasse 424">Flottendienstbooten Klasse 424</a>. Die Schiffe sollten ursprünglich ab 2027 zulaufen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Auftrag zum Bau erfolgte 2023, Baubeginn war am 21. November 2024. Ab 2029 wird die Indienststellung erwartet.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausrüstung"><span id="Ausr.C3.BCstung"></span>Ausrüstung</h2></div>
<p>Die aktuellen Schiffe der Oste-Klasse verfügen über die Fähigkeit zur verschiedentlichen <a href="Elektronische_Aufkl%C3%A4rung" title="Elektronische Aufklärung">elektronischen Aufklärung</a>:
</p>
<ul><li>Optronische Aufklärung (OPTRINT)</li>
<li>Akustische Aufklärung (ACINT) – AISYS-<a href="Sonar" title="Sonar">Sonargerät</a></li>
<li>Radaraufklärung (RADINT) – zwei <a href="Radar" title="Radar">Radaranlagen</a></li>
<li>Visuelle Aufklärung (VISINT)</li></ul>
<p>Zusätzlich verfügen die Schiffe über Befestigungsmöglichkeiten für zwei 20-Fuß-Container, die weitere Einrichtungen enthalten können.
</p><p>Die genauen Daten zu den an Bord vorhandenen Geräten sind nicht bekannt. Laut Internetangebot des <a href="Bundesministerium_der_Verteidigung" title="Bundesministerium der Verteidigung">Bundesministeriums für Verteidigung</a> soll es sich um elektromagnetische, hydroakustische und elektro-optische Geräte zur strategischen Informationsgewinnung in Krisengebieten handeln. Die Schiffe der Oste-Klasse können sowohl auf sich allein gestellt operieren als auch im Wirk- und Kommunikationsverbund mit anderen Einheiten und Dienststellen deutscher und internationaler Streitkräfte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bekannte_Einsätze"><span id="Bekannte_Eins.C3.A4tze"></span>Bekannte Einsätze</h2></div>
<p>Die Flottendienstboote werden seit dem Ende des Kalten Krieges vermehrt im Mittelmeer eingesetzt. Als unbewaffnete Aufklärungsboote kann das <a href="Bundesministerium_der_Verteidigung" title="Bundesministerium der Verteidigung">Bundesministerium der Verteidigung</a> die Schiffe ohne Mandat des <a href="Deutscher_Bundestag" title="Deutscher Bundestag">Deutschen Bundestages</a> auch in kritische Weltregionen entsenden. Deshalb bleibt der genaue Zweck der Missionen der Öffentlichkeit meist verborgen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Jugoslawien-Krieg">Jugoslawien-Krieg</h3></div>
<p>Ab Januar 1999 wurde die <i>Oker</i> im Zuge der <i>NATO-Kosovo Air Verifikation Mission</i> (NKAVM) und anschließend im Zuge der <a href="Operation_Allied_Force" title="Operation Allied Force">Operation Allied Force</a> in der Adria eingesetzt.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Libanon_2006–2011"><span id="Libanon_2006.E2.80.932011"></span>Libanon 2006–2011</h3></div>
<p>Am 24. Oktober 2006 überflogen sechs <a href="Israelische_Luftstreitkr%C3%A4fte" title="Israelische Luftstreitkräfte">israelische F-16</a>-Jagdbomber das deutsche Schiff <i>Alster</i>, das vor der <a href="Libanon" title="Libanon">libanesischen Küste</a> kreuzte. Sie führten einen Scheinangriff durch, bei dem sie über dem Schiff zweimal aus einer Bordkanone schossen und glühende <a href="T%C3%A4uschk%C3%B6rper" title="Täuschkörper">Täuschkörper</a> emittierten.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-sp1_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-sp1-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Israelische Offizielle leugneten den Zwischenfall tagelang.<sup id="cite_ref-sp1_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-sp1-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kurz darauf bedrängten israelische <a href="F-16" class="mw-redirect" title="F-16">F-16</a>-Jagdbomber nachts einen Hubschrauber der Deutschen Marine gefährlich. Der damalige Bundesverteidigungsminister <a href="Franz_Josef_Jung" title="Franz Josef Jung">Franz Josef Jung</a> reiste aus diesen Anlässen kurz darauf nach Tel Aviv.<sup id="cite_ref-sp1_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-sp1-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <i>Alster</i> gehörte offiziell nicht zum <a href="UNIFIL" class="mw-redirect" title="UNIFIL">UNIFIL</a>-Verband, der vor dem Libanon im Einsatz ist und den Waffenschmuggel der <a href="Hisbollah" title="Hisbollah">Hisbollah</a> über See unterbinden soll. Allerdings gehörte das Schiff zur deutschen Task-Group, also zum deutschen Anteil am Gesamtverband. Der <a href="Verteidigungsausschuss_des_Deutschen_Bundestages" class="mw-redirect" title="Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages">Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages</a> wurde in einer nicht-öffentlichen Sitzung über den Einsatz informiert.
</p><p>Im Rahmen der Anti-Terror-Mission <i><a href="Active_Endeavour" class="mw-redirect" title="Active Endeavour">Active Endeavour</a></i> überwachte die NATO 2011 mit vier bis fünf <a href="Airborne_Warning_and_Control_System" title="Airborne Warning and Control System">Awacs</a> rund um die Uhr den Luftraum vor <a href="Libyen" title="Libyen">Libyen</a>. Neben der Fregatte <i>Hamburg</i> (206 Mann) war auch das Flottendienstboot <i>Oker</i> (82 Mann) an der Anti-Terror-Operation beteiligt. Außerdem gehörten die Fregatte <i>Lübeck</i> (220 Mann) und das Minenjagdboot <i>Datteln</i> (40 Mann) in diesem Zeitraum zu anderen NATO-Verbänden im Mittelmeer.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mittelmeer_2011–2012"><span id="Mittelmeer_2011.E2.80.932012"></span>Mittelmeer 2011–2012</h3></div>
<p>Am 5. November 2011 brach die <i>Alster</i> aus Eckernförde zu einer geheimgehaltenen Mission in das Mittelmeer auf. Es handelte sich um die erste Mission im Mittelmeer, die als <i>nationale Aufklärungsfahrt</i> tituliert wurde. Die Online-Redaktion des <a href="Schleswig-Holsteinischer_Zeitungsverlag" title="Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag">Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags</a> berichtete, dass sowohl der Kommandant des Schiffes als auch der Geschwader-Kommandeur sich über das eigentliche Ziel der Aufklärungsfahrt bedeckt gehalten haben. In indirekter Rede wird der Kommandant mit den Aussagen wiedergegeben: „Jedoch seien nationale Aufklärungsfahrten nicht ungewöhnlich, um die deutschen Interessen zu vertreten. Wer die Zeitungsmeldungen verfolge, könne sich selbst ein Bild davon machen, in welchen Mittelmeerländern es zurzeit im Rahmen des arabischen Frühlings brodelt.“<sup id="cite_ref-shz_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-shz-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Mittelmeerfahrten dienten in den vergangenen Jahren der Überwachung des Schiffsverkehrs im Zuge der NATO-Operation <i>Active Endeavour</i> oder der UNO-Mission Unifil.<sup id="cite_ref-shz_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-shz-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bei dieser Operation ging es um ein <i>Lagebild</i> der Küste der Länder des <i>Arabischen Frühlings</i>.
</p><p>Die <i>Alster</i> wurde laut dem <i><a href="Der_Spiegel" title="Der Spiegel">Spiegel</a></i> im Dezember 2011 im östlichen Mittelmeer von der <a href="Syrische_Marine" title="Syrische Marine">syrischen Marine</a> bedroht. Ein syrisches Kriegsschiff, vermutlich eine der beiden syrischen Fregatten der <a href="Petya-Klasse" title="Petya-Klasse">Petya-Klasse</a>, hatte Ende Dezember 2011 seine Bordkanone auf das Flottendienstboot gerichtet. Die <i>Alster</i> war 15 Seemeilen vor der Küste Syriens unterwegs.
</p><p>Da es sich nicht um einen bewaffneten Einsatz handelt, befand sich die <i>Alster</i> ohne Kenntnis des Bundestags vor Syrien. Der Verteidigungspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, <a href="Omid_Nouripour" title="Omid Nouripour">Omid Nouripour</a>, übte nach Bekanntwerden des Zwischenfalls Kritik an der Geheimhaltung des Einsatzes. Auf jeden Fall müsse das Parlament informiert werden, sagte er dem <i>Spiegel</i>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bürgerkrieg_in_Syrien_ab_2012"><span id="B.C3.BCrgerkrieg_in_Syrien_ab_2012"></span>Bürgerkrieg in Syrien ab 2012</h3></div>
<p>Einem Bericht der <i><a href="Bild_am_Sonntag" title="Bild am Sonntag">Bild am Sonntag</a> (BamS)</i> vom 19. August 2012 zufolge, soll ein nicht näher spezifiziertes Flottendienstboot der Marine vor der syrischen Küste kreuzen und „modernste Spionagetechnik des <a href="Bundesnachrichtendienst" title="Bundesnachrichtendienst">Bundesnachrichtendienstes</a> (BND) an Bord“ haben.<sup id="cite_ref-BamS_1908_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-BamS_1908-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit der Technik sollen sich dem Bericht nach Truppenbewegungen bis zu 600 Kilometer tief in <a href="Syrien" title="Syrien">Syrien</a> beobachten lassen.<sup id="cite_ref-BamS_1908_9-1" class="reference"><a href="#cite_note-BamS_1908-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <i>BamS</i> zitiert einen „US-Geheimdienstler“ mit den Worten: „Kein westlicher Geheimdienst hat so gute Quellen in Syrien wie der BND“.<sup id="cite_ref-BamS_1908_9-2" class="reference"><a href="#cite_note-BamS_1908-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> „Wir können stolz darauf sein, welchen wichtigen Beitrag wir zum Sturz des Assad-Regimes leisten“ äußerte laut <i>BamS</i> „ein BND-Mann.“<sup id="cite_ref-BamS_1908_9-3" class="reference"><a href="#cite_note-BamS_1908-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Demnach spiele Deutschland eine größere Rolle im <a href="B%C3%BCrgerkrieg_in_Syrien" class="mw-redirect" title="Bürgerkrieg in Syrien">Syrien-Konflikt</a> als bisher bekannt.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Am 19. August 2012 bestätigte das Bundesverteidigungsministerium offiziell den Einsatz eines Schiffs der Marine „in internationalen Gewässern im östlichen Mittelmeer“. Das Schiff befände sich in einem mehrmonatigen Einsatz in der Region. Es handele sich um das Flottendienstboot <i>Oker</i>. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums befand sich die <i>Oker</i> im August 2012 im italienischen Hafen von <a href="Cagliari" title="Cagliari">Cagliari</a> auf <a href="Sardinien" title="Sardinien">Sardinien</a>.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <i>Bild am Sonntag</i> berichtete am 8. September 2013, dass das Flottendienstboot <i>Oker</i> vor Syrien Funksprüche abgehört habe, in denen Divisions- und Brigadekommandeure der syrischen Armee von Assad die Freigabe zum Einsatz von chemischen Waffen gefordert hätten. Einen Hinweis, dass Assad den Einsatz im August genehmigt hat, gab es nicht.<sup id="cite_ref-bams-08092013_12-0" class="reference"><a href="#cite_note-bams-08092013-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Flottendienstboote">Flottendienstboote</h2></div>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<th>Nr.
</th>
<th>Name
</th>
<th>Klasse
</th>
<th>Dienstzeit
</th>
<th>Anmerkung
</th></tr>
<tr>
<td>A 50
</td>
<td><i>Eider</i><br>(ex-HMS <i>Flint</i>)
</td>
<td><a href="Eider-Klasse" title="Eider-Klasse">Klasse 752</a> (vorher 139)
</td>
<td>1956–1978
</td>
<td rowspan="2">ehemals brit. <i>Isles</i>-Klasse
</td></tr>
<tr>
<td>A 51
</td>
<td><i>Trave</i>
</td>
<td><a href="Eider-Klasse" title="Eider-Klasse">Klasse 715</a> (vorher 139)
</td>
<td>1956–1971
</td></tr>
<tr>
<td>A 1449
</td>
<td><i>Hans Bürkner</i>
</td>
<td><a href="Thetis-Klasse_(Klasse_420)" title="Thetis-Klasse (Klasse 420)">Klasse 421</a>
</td>
<td>1963–1990
</td>
<td>gleichzeitig U-Boot-Jäger Typ B
</td></tr>
<tr>
<td>A 50
</td>
<td><i>Alster</i>
</td>
<td rowspan="3"><a href="Klasse_422" title="Klasse 422">Klasse 422</a><br>(vorher 753)
</td>
<td>1960–1989
</td>
<td>an die <a href="T%C3%BCrkei" title="Türkei">Türkei</a> verkauft
</td></tr>
<tr>
<td>A 52
</td>
<td><i>Oste</i>
</td>
<td>1957–1987
</td>
<td>verschrottet
</td></tr>
<tr>
<td>A 53
</td>
<td><i>Oker</i>
</td>
<td>1961–1988
</td>
<td>an <a href="Griechenland" title="Griechenland">Griechenland</a> verkauft
</td></tr>
<tr>
<td class="hintergrundfarbe6">A 52
</td>
<td class="hintergrundfarbe6"><i><a href="Oste_(Schiff%2C_1988)" title="Oste (Schiff, 1988)">Oste</a></i> [II]
</td>
<td rowspan="3" class="hintergrundfarbe6">Klasse 423<br>(<a href="Oste-Klasse" title="Oste-Klasse"><i>Oste</i>-Klasse</a>)
</td>
<td class="hintergrundfarbe6">seit 1988
</td>
<td rowspan="3" class="hintergrundfarbe6">1. U-Boot-Geschwader
</td></tr>
<tr>
<td class="hintergrundfarbe6">A 53
</td>
<td class="hintergrundfarbe6"><i><a href="Oker_(Schiff%2C_1988)" title="Oker (Schiff, 1988)">Oker</a></i> [II]
</td>
<td class="hintergrundfarbe6">seit 1988
</td></tr>
<tr>
<td class="hintergrundfarbe6">A 50
</td>
<td class="hintergrundfarbe6"><i><a href="Alster_(Schiff%2C_1989)" title="Alster (Schiff, 1989)">Alster</a></i> [II]
</td>
<td class="hintergrundfarbe6">seit 1989
</td></tr></tbody></table>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Gerhard Koop, Siegfried Breyer: <i>Die Schiffe, Fahrzeuge und Flugzeuge der deutschen Marine von 1956 bis heute</i>. Bernard & Graefe Verlag Bonn 1996, ISBN 3-7637-5950-6.</li>
<li><i>Aktuelles Lexikon: Flottendienstboot</i>. In: <i>Süddeutsche Zeitung</i>, Nr. 249, 28. Oktober 2006.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/seesysteme-bundeswehr/flottendienstboot-oste-klasse-423"><i>Flottendienstboot OSTE-Klasse (423)</i></a> auf der offiziellen Website der <a href="Bundeswehr" title="Bundeswehr">Bundeswehr</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.manfred-bischoff.de/schiff.htm"><i>Die schiffsgestützte Fernmelde- und elektronische Aufklärung</i></a> (Private Website mit umfassenden Informationen zum Thema <a href="Elektronische_Kampff%C3%BChrung" title="Elektronische Kampfführung">Elektronische Kampfführung</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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<li id="cite_note-BamS_1908-9"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-BamS_1908_9-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-BamS_1908_9-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-BamS_1908_9-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-BamS_1908_9-3">d</a></sup></span> <span class="reference-text">Martin S. Lambeck, Kayhan Özgenc: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bild.de/politik/ausland/politik-ausland/deutsches-spionageschiff-kreuzt-vor-syrien-25723240.bild.html"><i>Deutsches Spionageschiff kreuzt vor Syrien.</i></a> In: <i><a href="Bild_am_Sonntag" title="Bild am Sonntag">Bild am Sonntag</a>/Bild.de</i>, 19. August 2012.</span>
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<li id="cite_note-bams-08092013-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-bams-08092013_12-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Martin S. Lambeck, Kayhan Özgenc und Burkhard Uhlenbroich: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bild.de/politik/ausland/syrien-krise/assad-kommandeure-wollten-giftgas-einsetzen-32300094.bild.html"><i>Assad-Kommandeure wollten seit Monaten Giftgas einsetzen.</i></a> Deutsches Spionageschiff belauscht Funkverkehr der syrischen Truppen. Bild am Sonntag, 8. September 2013,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 8. September 2013</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AFlottendienstboot&rft.title=Assad-Kommandeure+wollten+seit+Monaten+Giftgas+einsetzen&rft.description=Assad-Kommandeure+wollten+seit+Monaten+Giftgas+einsetzen&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.bild.de%2Fpolitik%2Fausland%2Fsyrien-krise%2Fassad-kommandeure-wollten-giftgas-einsetzen-32300094.bild.html&rft.creator=Martin+S.+Lambeck%2C+Kayhan+%C3%96zgenc+und+Burkhard+Uhlenbroich&rft.publisher=Bild+am+Sonntag&rft.date=2013-09-08"> </span></span>
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